Zollverein in Essen

Die Imkerei auf dem Welterbe ist vom Dach ins Wäldchen umgezogen

Im Frührjahr beginnen die Bienen mit dem Eintrag von Nektar und Pollen.
Im Frührjahr beginnen die Bienen mit dem Eintrag von Nektar und Pollen.

Etwa 25kg - so viel wiegt eine volle Honigzarge zur Erntezeit. Jeder der imkert weiß um den beträchtlichen körperlichen Einsatz, den die Tätigkeit mit sich bringt. Um das Imkerhandwerk zu erleichten, wurde der Standort vom Dach zum nahe gelegenen Wäldchen vor der Unternehmenszentrale der RAG Montan Immobilien gewechselt. Angrenzend an eine Waldlichtung stehen die Bienen hier sicher, kühl und sonnig. Dichte Brombeerbestände sorgen für die Haupttracht an Nektar und Pollen.

 

Den Startschuss für das gemeinsame Projekt "Bienen in der Stadt" setzten der  Landesvorsitzende des NABU, Josef Tumbrinck, und der Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien GmbH, Professor Dr. Hans-Peter Noll, im April 2013. Mit der Bienenhaltung auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein befinden sich die Projektpartner in guter Gesellschaft: Urban Bee-Keeping und Urban Gardening finden seit Jahren immer mehr Anhänger und werden weltweit in vielen Großstädten praktiziert. 

 

Im Rahmen des Projektes wurde auch das Bienennetzwerk Ruhrgebiet initiiert. Natürlich wird der Honig vom Welterbe Zollverein auch gewonnen und angeboten. Der erste Honig ging allerdings nicht in den Verkauf. Er wurd an die Mitarbeiter der RAG MI und an die ehrenamtlichen Unterstützer des NABU verteilt.

Mit dem ungewöhnlichen Standort wollen NABU und RAG MI zeigen, dass man auch an Stellen, an die bisher niemand gedacht hat, Bienen ein Zuhause bieten kann: Mitten in der Stadt, mitten in einer Siedlung, auf Dächern, auf unseren bergbaulich vorgenutzten Flächen - nahezu überall!

 

Bienen in der Stadt haben ihren Schwestern in ländlichen Bereichen gegenüber einen Vorteil: sie sind weniger Pestiziden ausgesetzt. Noch immer werden Pestizide eingesetzt, die den Bienen schaden. Neonicotinoide beispielsweise können den Orientierungssinn der Bienen beeinträchtigen. Dadurch finden sie nicht zurück zum Bienenstock und sterben. Der Imker findet den Bienenstock verlassen vor. Neben der Varoa-Milbe und der Amerikanischen Faulbrut gelten die Pestizide als eine der Ursachen für das Bienensterben.